Nei gschaud im Müllheizkraftwerk Coburg-Neuses

In den Herbstferien war „Alles Müll oder was? beim Kreisjugendring Lichtenfels das Thema. 29 Mädels und Jungen fuhren mit ihren Betreuerinnen Franzi und Uschi nach Coburg-Neuses und machten sich auf Spurensuche. Wenn die graue Tonne geleert wird, wo geht das Ganze hin? Ist der Müll überhaupt zu etwas nütze? Die Abfallberaterin des Müllheizkraftwerkes erwartete die Gruppe bereits, um diese Fragen abzuklären. Mit viel Fachwissen und erschreckenden Zahlen weckte sie das Interesse der Teilnehmer*innen. Verbundmaterialien, PET, Glas und Folien – welche Verpackung ist besser. Muss soviel Verpackung überhaupt sein? Wissbegierig brachte die Gruppe ihre Bedenken und auch ihr Wissen vor und erzählte anhand von Beispielen vom Verpackungswahn in ihrem Umfeld. Jeder kann durch sein Kaufverhalten mitwirken den Müllberg zu verringern. Glas ist bei Trinkflaschen die beste Alternative, Einkaufsnetze sind allemal besser als Tüten aus der Gemüse- und Obstabteilung der Supermärkte und können jederzeit wieder verwendet werden. Einer der schlechtesten Verpackungen sind die sogenannten Quetschflaschen. Mehrere Materialien, wie z. B. Aluminium, Plastik und Folie sind so verbunden, dass diese nicht mal getrennt entsorgt werden können und nur noch als Abfall dienen. Wenn Kinder dann aus diesen Flaschen trinken oder daran nuckeln, wandern zu allem Überfluss auch noch die darin enthaltenen Weichmacher in deren Organismus.Nach diesen überaus interessanten Informationen, wollten Alle natürlich einen Blick hinter die Kulissen des MHKW werfen - „Nei schaun“ eben. Ausgerüstet mit Sturzhelmen wurde zuerst die AnIieferung des Hausmülls beoachtet. Dieser wird im 6.000 Cubikmeter fassenden Bunker gesammelt und dort von einem Baggerführer durchgemischt. Anschließend kommt diese Masse in den Brennofen und wird bei 1000 Grad C verbrannt. Dabei wird Energie freigesetzt und kommt in den Haushalten als thermische und elektrische Leistung an. Deshalb auch die Bezeichnung Müll-HEIZ-KRAFT-Werk. Die nicht verwertbare Schlacke wird auf Deponien sicher verwahrt. Nach mehreren Filterdurchgängen wird aus den 80 Meter hohen Kaminen nur noch reiner Wasserdampf in die Umwelt gepustet.

Nach soviel Informationen wurde eine Mittagspause eingelegt und die gelieferten SUB's verzehrt, bevor der Bus die umweltbewussten Kids wieder nach Hause brachte.

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